Wahlbeteiligung nach Altersgruppen liegen vor!

Wahlbeteiligung der 16- und 17-Jährigen bei der Gemeinderatswahl besser als erwartet!

Bericht von Michael Haußmann (Leitung der Abteilung Bevölkerung und Wahlen des Statistischen Amts Stadt Stuttgart)

Bei der Gemeinderatswahl am 25. Mai konnten rund 8000 Stuttgarter Jugendliche unter 18 Jahren zum ersten Mal von ihrem neuen Wahlrecht auf kommunaler Ebene Gebrauch machen.

Die Erfahrungen aus anderen Bundesländern, in welchen das Wahlalter schon früher gesenkt worden war (zuerst 1995 in Niedersachsen), haben gezeigt, dass die Beteiligung der Jugendlichen in der Regel etwas unterhalb der Beteiligung der gesamten wahlberechtigten Bevölkerung liegt, allerdings häufig höher ist als die Wahlbeteiligung der volljährigen Erstwähler.

Diese Erwartung wurde in Stuttgart sogar leicht übertroffen: Die Wahlbeteiligung der Jungwähler lag mit 41,0 Prozent zwar 5,6 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt, aber satte 3,2 Prozentpunkte über den 18- bis 30-Jährigen. Mit 42,4 Prozent waren die jungen Frauen deutlich wahlaktiver als die jungen Männer mit 39,6 Prozent.

Grafik Wahlbeteiligung

Die Zahlen legen nahe, dass die Kampagne „Wählen ab 16“ Früchte getragen hat. Diese wurde von einem Bündnis bestehend aus der Landeshauptstadt, der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft (stjg), dem Stadtjugendring (SJR), den Stuttgarter Schulen, dem Internationalen Bund (IB), der Landeszentrale für Politische Bildung (lpb) und den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Fritz Kuhn mit großem Engagement durchgeführt.

Der Anteil der rund 2800 Jungwähler an allen Wählern betrug etwa 1,4 Prozent – das klingt zunächst vernachlässigbar, die schätzungsweise 150 000 Stimmen stellen im Vergleich zu den rund 133 000 Stimmen, mit denen die Studentische Liste einen Sitz errungen hat, aber eine durchaus ernst zu nehmende Größe dar.

Mittlere Wahlbeteiligungsquoten zwischen 44,8 und 49,6 Prozent waren bei den 30- bis 60-Jährigen zu beobachten, die höchsten Wahlbeteiligungsquoten wiesen erwartungsgemäß wieder die 60- bis 70-Jähringen und die über 70-Jährigen auf (50,4 bzw. 55,3 Prozent).